Charles Aznavour und der Chanson – Du lässt Dich geh’n
Es gab eine Zeit in welcher der deutsche Schlager zu recht einen hohen Stellenwert in der deutschen Musik inne hatte. Später wurde diese Musikform verwässert und verlor ihr Gesicht durch volksverdummende Inhalte bis hin zur heutigen Form wo Schlager und Volksmusik nur noch ein alberner Abklatsch ihrer früheren Form sind.
Der französische Chanson dagegen war immer um ein vielfaches ehrlicher und hat es sich auch gerade durch Interpreten und Sänger wie Charles Aznavour erhalten, die diesen auch als solchen prägten. Die Franzosen brauchten keinen Blues um ihren Gefühlen echten Ausdruck zu verleihen, denn sie verarbeiteten solche Themen in ihre Chansons und das mit einer Ehrlichkeit, die bekannte Schlagerstars in Deutschland nur zaghaft einbauten wie zum Beispiel Udo Jürgens. Aber auch später bei der Neuen Deutschen Welle feierte zwar die deutsche Sprache in Liedern einen erneuten Siegeszug, aber echte, ehrliche Songs bekam man nur bei den Liedermachern wie Biermann zu hören und dann aber auch nur einseitig Sozial.
Der Chanson dagegen war immer ehrlich. Er konnte auch seidig und weich sein, aber ebenso rau, erdgebunden und hart daher kommen. Zudem passte sich der Chanson seiner Zeit immer an und behielt doch seine individuelle Ausdruckskraft, nicht wie der Schlager der heute ein trauriger Abklatsch vergangener Zeiten ist.
Charles Aznavour ist nicht nur ein Chanson Sänger gewesen sondern auch ein Schauspieler. Aber um zu verstehen wie und warum der Chanson so anders ist als der deutsche Schlager, reicht es eines seiner Werke aus den 60ern anzuhören, die er auch in deutscher Sprache besungen hat, “Du lässt Dich geh’n”.
Charles Aznavour – Du lässt Dich geh’n
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Mir jedenfalls ist kein anderes deutsches Leid und Sänger zu der damaligen Zeit bekannt, welcher in einer derart offenen Sprache und Wortwahl ehrlich und geradeaus, in dieser Form über eine Beziehung singt.


