Der Beat stampft, der Synthesizer schreit, der Bass fährt dir direkt in die Beine und die Stimme will mehr von dir: Spring um dein Leben, spring, damit du fühlen kannst! Und bevor du es merkst, machst du mit.
Für ihren Erstling „Ende:Gut“ wurden Herbstrock im vergangenen Jahr schon mit dem größten Musikpreis des Landes, dem Amadeus, geadelt - nun liefern Anna Müller, Mathias Dajeff, Paul Wallner und Sebastian Vogt ihr zweites Album „Die bessere Hälfte“. Darauf geben sie sich so charmant wie eh und je, aber niedlich war gestern. Herbstrock haben Lust zu tanzen und liefern gleich den passenden Soundtrack dazu – kurz, ein treibendes, groovendes Stück Musik, wie man es, gerade aus Österreich, lange nicht gehört hat.
Dabei packt dich „Die bessere Hälfte“ vom ersten Moment an. Es klingt, als wären Herbstrock nach dem letzten Album vom Proberaum direkt durch die Clubs gezogen, hätten dort die Nacht durchgetanzt, an der Bar über elektronische Musik diskutiert und sich danach am Würstlstand über die Liebe und das Leben unterhalten. Dann haben Herbstrock zwölf Songs geschrieben - tanzbare Clubtracks, verquere Elektroballaden und mächtige Rockhymnen. Sie spielen dabei clever mit Einflüssen aus unterschiedlichsten musikalischen Winkeln, verlieren sich einmal im ekstatischen Discobeat, nur um dich Momente später mit Gitarrenwänden in 16:9 umzuwerfen und mit mächtigen Synths wieder hochzuheben. Wie stimmig und gleichzeitig fordernd das am Ende klingt, ist beeindruckend - noch beeindruckender, wenn man bedenkt, dass Herbstrock mit Gitarrist und Produzent Paul Wallner im Studio alle Fäden selbst in der Hand hatten. Und das ist gut so, denn es ist eine Freude, wie selbstverständlich sich die Band furchtlos über sämtliche eingeübten Muster heimischer Produktionen hinwegsetzt. Popmusik kann intelligent und fordernd sein, kann gleichzeitig Spaß machen und darf schlichtweg alles. So sieht es aus, und Herbstrock haben das verstanden. Unterstützung haben sie sich dabei von österreichischen Musikgrößen wie Wolfgang Schlögl (i-wolf, Sofa Surfers) und Oliver Welter (Naked Lunch) geholt. Am Ende stehen zwölf eingängige Popsongs - zwölf Songs, zu denen man genauso gern im Club springen wie zuhause vor sich hinstarren und zuhören möchte.
Denn egal ob bei „Viel zu echt um schön zu sein“, „Kopf durch Wand“ oder „Herz lauf!“ – Sängerin Anna Müller singt auf „Die bessere Hälfte“ um ihr Leben, schreit erst scheinbar naiv und zerbrechlich um Hilfe, um gleich darauf selbstbewusst klar zu machen, dass sie nur zu gut weiß, worum es geht: um Dinge wie Liebe, Glück und Freiheit nämlich. Um das Leben geht es. So schlau und wahr können Texte klingen. „Ich gebe nichts auf, jeder Schritt war es wert“, singt Anna Müller in „Sag mir wie viel davon“. Und irgendwie möchte man ihr da sofort rechtgeben.
Die junge Band, Sängerin Anna Müller ist gerade mal 22 Jahre alt, hat schon ein ganzes Stück Weg hinter sich. Vor mittlerweile sechs Jahren lernten sich die Musiker als Schüler im österreichischen Städtchen Wiener Neustadt kennen. Von Kleinstadtromantik hatten Herbstrock allerdings bald genug. Mit eigenen Songs und Texten machten sie sich auf, die Welt für sich zu erobern, und verdienten sich den Ruf als eigenständige, echte Band in einer Zeit, in der vermeintliche Talente aus Castingshows doch gerade so angesagt waren. Von Beginn an war klar, was Herbstrock ausmachte: feinsinnige Texte, ausgefeilte Arrangements und das gewisse Etwas mehr, die Zutat, die aus einem Stück Musik deinen Lieblingssong und deinen Lieblingssong zu einem Teil deines Lebens macht.
Und seit Herbstrock mit ihrem ersten Album „Ende:Gut“ ( Universal Music Austria) der große Schritt in die Öffentlichkeit gelungen ist, haben das noch einige Menschen mehr bemerkt. Es folgten Konzerte mit Künstlern wie Ich + Ich oder Amy McDonald, bis schließlich auch Österreichs größter Pop-Export Christina Stürmer auf die junge Band aufmerksam wurde. Im Frühling 2009 gingen Herbstrock nun gemeinsam mit Christina Stürmer auf Tour in Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich. Das zweite Album „Die bessere Hälfte“ erscheint bei Sony Music erstmals im gesamten deutschsprachigen Raum. Man darf gespannt sein!
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